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Offener Brief an McCain

Lieber McCain

Nur weil du mich selbst so formlos angesprochen hast, erlaube ich mir, dich an dieser Stelle zu duzen. Ganz ehrlich, ich habe lange über deine Frage nachgedacht, die du mir neulich auf diesem Plakat gestellt hast. Lass mich dir zuerst einmal versichern, dass ich sehr froh bin, dass du deine Gefühle so offenherzig ausgedrückt hast, obwohl du auf mich irgendwie unterkühlt wirkst.

Wie in meinem Brief an dich schon erwähnt: Ich glaube nicht.

Wie in meinem Brief an dich schon erwähnt: Ich glaube nicht.

Doch zurück zu deiner Frage: Wie oft bin ich in den letzten Tagen – ja, Wochen! – an endlosen Reihen von Tiefkühlregalen vorbeigegangen, bin dabei gefrorenem Spinat ebenso begegnet wie dito Brombeeren, habe vereistem Fisch in die glasigen Augen geblickt und zu Blöcken verklumpten Crevettenschwänzen, habe Kroketten und Erbsen voller Eiskristalle gegrüsst, ebenso wie Koteletts und Innereien für Hunde.

Doch nach all diesen Tiefkühlgängen bin ich zum Schluss gekommen – und ich will jetzt ganz ehrlich zu dir sein, so ehrlich, wie auch du zu mir warst: Nein, ich glaube, wir kennen uns nicht. Ich meine allerdings, mich dumpf daran zu erinnern, dass du dich als republikanischer Gegenkandidat von Barack Obama 2008 um die amerikanische Präsidentschaft beworben hast. Vielleicht kommt es von dieser deiner Tätigkeit, dass du mich allenfalls mit jemandem verwechselst? Sei versichert, dass ich dich, deinem Wunsch gemäss, sollte ich dir doch einmal begegnen, ohne Umschweife in den Backofen schieben werde.

In eisiger Erwartung einer Antwort grüsst dich dein Volltext

 

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