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Das goldene Händchen

Was ist das Gegenteil von anziehend? Ausziehend. Hand ausziehend. Man könnte heulen über die Tragik dieser Szene und die Werber, die selbige nach Einnahme einer unüblichen Kombination von Drogen (ich tippe auf Pilze mit Blattgold) erfunden haben: Ein Vater, der schläft, seine Tochter, die ihm mit Freude die goldene Hand vom Armstumpf stibitzt. Eine anmutige Werbung, die den Betrachter fraglos scharf darauf macht, sein Geld bei dieser Bank «mit dem besten e-Trading Tool» anzulegen.

Die Geschichte dahinter ist eine traurige: Der Vater wurde von seiner Bank entlassen und hängt nun am helllichten Tag genauso wie am Abend nutzlos herum, das schicke Haus wird bald zwangsversteigert, und das arme Mädchen fällt vom Fleisch, hat schon lange nichts mehr Rechtes zu essen gekriegt. In dieser ausweglosen Situation greift das aufgeweckte Kind zum letzten Mittel: «Verhökern wir doch die Goldhand von Papa!» Mama war bestimmt schon lange dafür.

Wen wundert die Bankenkrise ob solcher Werbung? Da hatte einer ein ungemein goldenes Händchen in der Kreation. Man kann seiner Reputation auch mit einer Amputation einen Gefallen erweisen. Gibt es die Bank eigentlich noch? Und wie hiess sie schon wieder? Wie dieser neue Energiekonzern oder diese Papierfabrik? Oder doch eher wie diese Pharmafirma?

Wirkt irgendwie amputiert, diese Werbung

Wirkt irgendwie amputiert, diese Werbung.

 

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